2014 – Norwegen


Norwegen

2013-12-07:

Nun ist es endlich soweit.

Nach vielen Jahren nehme ich nun endlich einmal Anlauf für meinen Norwegen Trip. Es wird zwar nur ein kurzer Ausflug, aber ich betrachte es einmal als „Vortour“ zur meiner in der Zukunft geplanten Norwegen/Schweden Reise.

Die bisher geplante Route sieht wie folgt aus:

Von Hirtshals in Dänemark geht es nach Vrådal in der Region Telemark.

Weiter quer durch die Region Telemark bis an die Westküste. Die Übernachtung ist in einem Hotel in der Ortschaft Sand direkt am Fjord geplant.

Von dort geht die Fahrt durch das wilde Ryfylke über eine spektakuläre Passstraße zum Hardangerfjord. Die nächste Unterkunft liegt in Myrkdalen im Fjell.

Über das Vikafjell zur Fähre nach Vangsnes und überquerung des Sognefjord. Das Tagesziel heißt Hornindal.

Auch eine „Ruhe“ Tag ist vorgesehen. Vielleicht habe ich ja doch Lust das Land an diesem Tag weiter zu erkunden. Als Ziele für eine Tagestour ohne Gepäck bieten sich der Geirangerfjord an, auch der Trollstigen ist mit einer etwas längeren Tagestour zu erreichen. Einsamer geht es am Westkapp zu, auch die Jugendstilstadt Ålesund ist gut zu erreichen.

Dann geht es auch schon wieder zurück an den Sognefjord, wobei je nach gewählter Strecke auch noch einmal die Chance auf einen Besuch am Geirangerfjord besteht.

Nach einem kurzen Fährhüpfer geht es an den Sognefjord und seinem Arm, dem Lusterfjord, entlang, bis sich die Straße zum Sognefjell von Null auf 1.400 Höhenmeter hinauf schraubt. Dabei umrundet man an diesem längeren Fahrtag das Bergmassiv Jotunheimen.

So geht die Fahrt dann von Fagernes nach Oslo, wo sich die Tour auch schon leider wieder dem Ende neigt. Am Abend geht es dann mit der Fähre wieder zurück nach Kiel.

 

Soweit erst einmal die Planung. Mal sehen ob das so klappt wie ich mir das vorstelle und ob mein Beruf da mitspielt.


2014-07-04:

Heute sind die Reiseunterlagen bei mir eingetroffen.

Ich muß sagen das ich begeistert bin von der Aufmachung. Neben dem zu erwartenden Anschreiben gab es einige wichtige Informationen zu Baustellen auf der Strecke, Fährbenutzung und allgemeine wichtige Hinweise für die Norwegen Reise.
Neben dem gut ausgearbeiteten Roadbook mit alternativ Routen und Vorschläge für Abstecher und Sehenswürdigkeiten lagen dem ganzen auch noch zwei Straßenkarten für Norwegen bei. n den Karten wurden bereits die Hauptrouten und die alternativ Routen eingezeichnet. Wenn ich nun bedenke, daß wir mit 10 Mann unterwegs sind und jeder von uns die gleichen Reiseunterlagen bekommt… alle Achtung. So sieht ein professioneller Motorrad Reise Veranstalter aus. In diesem Fall spreche ich von Feelgood Reisen (http://www.feelgoodreisen.de).

Ich habe ja schon so einige Veranstalter ausprobiert, doch dieser hier ist bis jetzt mit Abstand der beste. Jedoch möchte ich den Tag noch nicht vor dem Abend loben.
Bin mal gespannt wie die Tour sich gestaltet. Natürlich werde ich nach der Tour berichten.


2014-07-05:

Heute habe ich schon einmal Probe gepackt. Nein, ich leide nicht an Reisefieber. Doch habe ich bei meiner FJR1300 nur die beiden Koffer zur Verfügung, denn ich bin kein Freund von einem Beauty-Case (Top-Case). Also mal alles an Klamotten aus dem Schrank und angefangen zu packen. Als ich fertig war, stellte ich fest, daß ich alles in einem Koffer untergebracht habe. Also habe ich genügend Platz, denn ich werde natürlich die Sachen auf beide Koffer verteilen. Somit muß ich mir nicht noch eine Gepäckrolle zulegen.


2014-07-13:

Sonntag, es regnet. Also fange ich eben mal an richtig zu packen. Jetzt wo ich alles auf beide Koffer-Innentaschen verteilt habe sind die Taschen „nur“ noch halb voll. Ich bin echt erstaunt, wie viel in die beiden Koffer rein passt. Dabei habe ich neben zwei Hosen, ein paar Schuhe, T-Shirts auch genügend Unterwäsche (für jeden Tag 😉 ) dabei. Das ist mir so auf jeden Fall lieber, als wenn ich mir nun noch eine Gepäck Rolle zulegen müsste.

Die vorgeschlagenen Routen des Roadbooks habe ich auch schon als Touren für mein neues Navi (Garmin zumo 590) erstellt.

Geplante Strecke der Norwegen 2014 Tour

Geplante Strecke der Norwegen 2014 Tour

Somit bin ich eigentlich startklar und wenn es nach mir ginge könnten wir nun starten.


2014-07-17:
Home – Herzberg im Harz

Endlich geht es los in Richtung Norden.

Zuerst noch einmal an die Tankstelle um den Luftdruck zu überprüfen und dann ab zu den Eltern, meinen Vater abholen.

Die erste Etappe geht über die Autobahn um dem Ballungsgebiet Rhein-Main zu entfliehen.

An der Raststätte Wetterau halten wir an. Warum? Die Tanks sind doch noch voll?!

Auf dem Parkplatz erzählt mir mein Vater das er Probleme mit seiner Maschine hat.

Ebenfalls eine FJR1300A aus 2006 mit 110.000 KM auf der Uhr die er alle höchst persönlich auf diesem Motorrad gefahren ist.

Die ABS Leuchte sei während der Fahrt angegangen und der Tacho spiele verrückt. Sobald er schneller als 100 km/h fährt geht seine Tachonadel in Richtung Null zurück. Heißt, je schneller er in Wirklichkeit fährt umso weniger zeigt sein Tacho an. Interessant. Aber für die geplante Norwegen Tour nicht gerade die besten Voraussetzungen. Also haben wir entschieden, daß er zurück zu unserem Händler des Vertrauens fährt und die Sache Prüfen lässt während ich weiter in Richtung unseres ersten Etappen Ziels fahren soll. Also habe ich kurz unseren Händler angerufen und ihn vor gewarnt, daß er mal einen Formel 1 mäßigen Boxen stopp durchführen solle.

Also fuhr mein Vater wieder zurück und ich weiter bis Reiskirchen. Hier wollten wir unsere Mittagspause einlegen.

Als ich wieder bei unserem Händler anrief hieß es, daß mein Vater gerade auf den Hof fahren würde. Erleichtert bestellte ich mir eine kühle Cola, denn es waren mittlerweile schon wieder 28°C.

10 Minuten später erhielt ich einen Anruf von meinem Vater der mir mitteilte, alles sei in Ordnung und der Fehler behoben. Näheres würde er mir später im Hotel erzählen. Ich sagte ihm, daß ich noch in Reiskirchen sei und dort auf ihn warten würde, damit wir gemeinsam die erste geplante Etappe beschreiten könnten.

Anderthalb Stunden später fuhr er dann vor. Ich war erleichtert. Also machten wir nun unsere geplante Mittagspause bei der er mir erzählte, daß der Geschwindigkeitssensor an seiner Maschine die Probleme verursacht hätten. Dadurch kommt das Steuergerät aus dem Tritt. Zuerst geht die ABS Leuchte an, der Tacho spinnt und auf seinem Weg zum Händler ging dann auch noch die Motor Kontrolllampe an.

Ein kleiner Fehler mit großer Wirkung. Nachdem wir uns gestärkt und den Schrecken verdaut hatten fuhren wir nun über die Landstraße unserem Tagesziel Herzberg entgegen.

Dort warteten bereits zwei unserer Kollegen schon. Ein weiterer war noch auf dem Weg da er an diesem Tag noch arbeiten musste. Der Rest der Truppe würde dann am nächsten Tag in Dänemark zu uns stoßen.

Nach einer erfrischenden Dusche trafen wir uns mit en anderen auf der Hotelterrasse und genossen unser erstes und letztes preiswertes Bier.

Nachdem auch endlich der Nachzügler eintraf gingen wir zum Abendessen über.

Während des Essens kam die Wirtin zu uns an den Tisch und teilte uns mit, daß es im Hotel nun kein Wasser für die Duschen und Toiletten mehr gäbe. Die Bauarbeiter der benachbarten Straßenbaustelle hätten die Wasserleitung angebohrt.

Was ein Glück, daß wir bereits geduscht hatten. Neugierig wie wir sind schauten wir uns das Spektakel auf der Straße an. Da flossen riesige Wassermassen die Straße entlang und überfluteten eine Sparkassenfiliale und deren Tiefgarage.

Als ich meine Sachen bei der Ankunft auf das Zimmer brachte sah ich, daß ich eine Flasche Wasser auf dem Tisch stehen hatte. Somit war das Zähneputzen gesichert. Naja….Zäneputzen mit Sprudelwasser ist ein Erlebnis. Mehr möchte ich dazu hier nicht sagen. Es kann jeder einmal für sich ausprobieren.

An Schlaf war in dieser Nacht nicht zu denken. Denn natürlich musste die defekte Wasserleitung vor dem Haus wieder in Stand gesetzt werden. Somit ging die Baustelle die ganze Nacht mit schwerem Gerät weiter. So gegen 6 Uhr Morgens war dann auch der Einsatz mit der Rüttelplatte beendet. Also Zeit zum Aufstehen und das Wasser in der Dusche anzustellen um den Dreck aus der Leitung zu bekommen.


2014-07-18 – Tag 2 (550 km)
Herzberg – Kolding in Dänemark

Nach einem sehr guten und ausgiebigen Frühstück starteten wir nun mit 5 Maschinen zur nächsten Etappe.

Wir fuhren auf Land- und Nebenstraßen durch den Harz in Richtung Hamburg. Kurz vor Hamburg ging es dann auf die Autobahn um durch den Elbtunnel die Innenstadt zu vermeiden.

In der Höhe von Dudenhofen ging es dann wieder zurück auf die Landstraße wo wir durch die Heiden in Richtung Flensburg fuhren um dann die Grenze zu Dänemark zu passieren.

Gegen 18 Uhr erreichten wir dann unsere Hotel in Kolding wo der Rest der Truppe bereits auf uns wartete.

Nach einer angenehmen Dusche trafen wir uns dann zum Abendessen.

Norwegen - Track Tag 2

Norwegen – Track Tag 2


2014-07-19 – Tag 3 (429 km)
Kolding DK – Vrådal Norwegen

Nach dem Frühstück ging es dann über die Autobahn bis zum Fährhafen.

Diese Etappe war zwar nicht schön uns anspruchsvoll, ging aber aus Zeitgründen nicht anders.

Am Hafen angekommen wurden wir an so einer Art Mauthäuschen eingecheckt und wurden angewiesen die Motorräder in der entsprechende Spur abzustellen. Wir schwitzen ganz ordentlich in der prallen Sonne, denn es waren wieder einmal 29°C.

Auf einmal gab es Unruhe und ein Mitarbeiter signalisierte uns, daß wir uns fertig machen sollten, denn Motorräder würden zuerst an Board genommen.

So war es dann auch, die Motorräder wurden mit auf dem LKW Deck verladen. Schön in Reih‘ und Glied.

Nachdem die Maschinen verzurrt waren kaperten wir das Schiff. Es ist gar nicht so einfach genügend Platz für 11 Leute zu finden. Aber wir meisterten es.

Kurz darauf legte die Fähre ab und wir starteten in Richtung Norwegen bei absolut glatter und ruhiger See.

Nach 4 Stunden Fährfahrt erreichten wir dann endlich den Anleger in Norwegen. Auch hier wurden die Motorräder zuerst von Board gelassen. Das nenne ich Service!

Nachdem wir noch einmal kurz angehalten hatten um uns zu sammeln ging es dann endlich los ins Landesinnere. Zuerst über die große Bundesstraße um ein wenig Strecke zu machen. Als wir dann nach ca. einer Stunde endlich die Bundesstraße verließen um dann auf einer kleinen Landstraße weiter zu fahren war es einfach nur unbeschreiblich.

Norwegen ist aus meiner Sicht eine Mischung aus den USA, Sardinien und Alpenregion.

Die Landschaft ist unbeschreiblich schön.

Und ich muß zugeben, daß die Geschwindigkeitsbegrenzung von 80km/h durchaus Ihre Berechtigung hat. Es wäre eine Schande diese Landschaft im Tiefflug zu durchqueren.

Was mir besonders aufgefallen ist (während der gesamten Tour), daß die Autofahrer immer Abstand zu den Motorräder halten. Auch wenn sie gerne schneller waren würden, so fangen sie nicht das drängeln an. Wenn wir als Gruppe auf der Landstraße so langsam einem Auto genähert haben, so ist der Norwegische Autofahrer stets bemüht bei nächster Gelegenheit den Blinker rechts zu setzen und uns vorbei zu lassen.

So viel Freundlichkeit im Straßenverkehr habe ich bisher noch in keinem anderen Land erlebt.

Gegen 18:30 Uhr erreichten wir dann geschafft aber glücklich unser Hotel. Nach einer Dusche gönnten wir uns auch mal ein „Feierabend“ Bierchen. Naja, über den Preis für ein 0,4er Bier schweigen wir hier lieber.

Norwegen - Track Tag 3

Norwegen – Track Tag 3


2014-07-20 – Tag 4 (399 km)
Vrådal – Saudasjøen

Heute lernten wir Norwegen von seiner typischen Art kennen. Schöne kleine Straßen die entweder nagelneu und in einem super Zustand sind oder wir befuhren Straßen die so schlecht waren, daß man bedenken hatte ob die Plomben in den Zähnen die Tour überstehen würden.

So fuhren wir an unserem ersten Fjord entlang und schraubten uns in den Bergen so langsam in die Höhe.

Da Norwegen total vertunnelt ist, sollte man vor den Tunneln nach links und rechts die Augen aufhalten, denn meistens gibt es dort einen Abzweig, auf die alten Passstraßen mit denen man die langweiligen Tunnel umfahren kann. Dies kann ich wirklich nur empfehlen. Zeitlich benötigt man dann zwar für seine Tagesetappe etwas länger aber der Spaß und Erlebnisfaktor ist es wert. Zumal die alten Passstraßen sogar in einem relativ guten Zustand sind.

Die Straßen sind schön klein, so gut wie kein Verkehr, super Panorama aber Achtung vor den Kühen und Ziegen. Die dann mal so auf der Straße herum stehen.

Norwegen - Fjell

Norwegen – Fjell

Am Nachmittag überquerten wir dann zum ersten mal einen der unzähligen Fjorde mit der Fähre.

Gegen Abend erreichten wir dann unser Hotel. Leider war dies Hotel nicht ganz so gut und hatte bestimmt schon einmal bessere Zeiten erlebt.

Ich hatte keine Handtücher auf dem Zimmer, die Kollegen hatten welche, die waren jedoch dreckig. Das Abendessen war ebenfalls ein Reinfall. Es dauerte von 19 Uhr bis 22:15 Uhr. Die beiden Mädels waren komplett überfordert und wir waren nicht die einzigen Gäste.

Als der letzte von uns dann endlich sein Essen bekommen sollte hieß es man habe sich in der Küche verzählt und man hätte nicht mehr das bestellte Essen zur Verfügung. Ist schon gut, daß man daß erst nach 2 Stunden bemerkte.

Der Kollege musste jedoch nicht hungrig ins Bett gehen. Die Küche „zauberte“ dann doch noch etwas anderes.

Und so neigte sich erneut ein unerträglich heißer (32°C) und erlebnisreicher Tag dem Ende, auch wenn man es vom immer noch hellen Himmel nicht fühlen mag.

Denn es wird erst nach 23 Uhr dunkel und bereits ab 3 Uhr schon wieder hell.

Norwegen - Track Tag 4

Norwegen – Track Tag 4


2014-07-21 – Tag 5 (420 km)
Saudasjøen – Myrkdalen

Erneut führte unser Weg über viele kleine und kurvenreiche Nebenstraßen. Entlang an Fjorden und natürlich über die verschiedenen Pässe (welche man hier Fjell nennt). Die Aussicht auf den Pässen ist einfach nur der Wahnsinn. Mittlerweile sind wir auf ca 1400m und es gibt noch jede Menge Schnee. Das ist bei den heutigen Temperaturen im Tal (wo es wieder um die 33°C hat) ganz angenehm.

Ebenso bemerkenswert ist in die Ruhe überall. Man hört keine Autos, Flugzeuge oder irgendwelche anderen lärmenden Geräusche. Wahnsinn.

Gegen Abend erreichen wir dann das Ski-Gebiet Myrkdalen.

In einem riesigen neu gebauten Hotelkomplex.

So geht mit dem Abendessen erneut ein aufregender und schöner Tag zu Ende.

Norwegen - Track Tag 5

Norwegen – Track Tag 5


2014-07-22 – Tag 6 (433 km)
Myrkdalen – Nordfjordeid

Vom Hotel aus folgten wir der RV13 in Richtung Stølsheimen. Wir folgten der RV13 weiter über den Pass, welcher erneut durch eine traumhafte Landschaft führte. Wir fuhren bis zum Fähranleger in Vik. Nach einer kurzen Pause um sich die Beine zu vertreten, ging es über die RV13 wieder zurück nach Myrkdalen und weiter in grober Richtung nach Nordfjordeid.

Norwegen - Myrkdalen Wasserfall

Norwegen – Myrkdalen Wasserfall

Heute war es der Tag der Pässe. Wir fuhren eine Passstraße nach der anderen und umfuhren somit die Tunnel.

Auch sind wir am Vormittag über den Aurlandsvegen gefahren.

Das war ein Erlebnis. Die Straße ist so schmal daß hier eigentlich nur ein Auto in eine Richtung durchpasst. Ok, mit Wohnmobilen mussten wir uns auch herum ärgern, aber als uns dann der erste Reisebus entgegenkam bin ich fast vom Glauben abgefallen, denn ich kannte bereits das war wir schon gefahren und sind wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht was uns auf dieser Strecke noch so erwarten würde. Naja, unterstellen wir dem Busfahrer einmal er kannte die Strecke.

Also auf diese Strecke ist besondere Vorsicht geboten!

Am Abend erreichten wir dann unser Hotel in Nordfjordeid. Der erste Eindruck des Gebäudes täuscht! Natürlich war es kein Luxus Hotel, doch es war sauber und die Zimmer groß. Das Personal ist dort wirklich super freundlich!

Einer unserer Kollegen bemängelte später am Abend an der Rezeption, daß die Klimaanlage auf seinem Zimmer nicht funktionieren würde. Die kleine an der Rezeption fragte ungläubig „die Klimaanlage?!“, worauf hin der Kollege bestätigte. Er habe den Thermostat in seinem Zimmer ganz auf kalt gestellt doch die Klimaanlage ginge nicht an.

Kopfschüttelnd erklärte das Mädel, daß es keine Klimaanlage sonder die Heizung sei. Normalerweise würde man zu dieser Jahreszeit bereits heizen.

Wir hatten immer noch 28°C am Abend.

Während wir auf der Terrasse saßen und die Tour für den nächsten Tag planten, kam die Hotelwirtin zu uns und erklärte daß ihre Kollegen im Fjord gerade einen Heilbutt gefangen hätten der gerade hinter dem Hause ausgenommen wird. Natürlich ließen wir uns das nicht entgehen und schauten uns das stattliche Exemplar an.

Norwegen - Heilbutt

Norwegen – Heilbutt

Nach einem sehr leckeren und exklusiven Abendessen saßen wir dann noch auf der Terrasse des Hotels und genossen den lauen Abend.

Norwegen - Track Tag 6

Norwegen – Track Tag 6


2014-07-23 – Tag 7 (200 km)
Tour zum Geirangerfjord

Der heutige Tag war vom Reiseveranstalter als Erholungstag geplant. Denn in dem Hotel in Nordfjordeid blieben wir 2 Nächte.

Laut Tourbook wurden zwei Tagestouren vorgeschlagen. Eine zum West-kapp und eine zum Geirangerfjord.

Mein Vater und ich entschlossen uns heute von der Gruppe abzusetzen und auf eigene Faust zu fahren. Natürlich hatten wir das den Kollegen am Abend vorher bekannt gegeben.

Da wir sogenannte „Early Birds“ sind, waren wir schon um 07:30 Uhr mit dem Frühstück fertig und bereit für unsere Tour.

Wir beschlossen zum Geirangerfjord zu fahren. Um diese Uhrzeit war es herrlich zu fahren. Die Temperaturen waren noch angenehm kühl und wir konnten Fotostopps einlegen, wo es uns gefiel.

So führte unser Weg an Hellesylt vorbei von wo aus wir den Geirangerfjord das erste mal sehen konnten bis nach Stranda. Hier hatten wir nun endlich einmal die Möglichkeit nach kleinen Mitbringsel für die Zuhause gebliebenen zu schauen.

Mit der Fähre ging es dann nach Liabygda wo wir der Rv650 weiter in Richtung Valldal folgten.

In Linge ging es dann wieder auf die Fähre nach Eidsdal. Von hier aus ging es mal wieder in die Berge wo wir eine Steinpyramide für einen daheim gebliebenen Kollegen errichteten.

Das wir in Geiranger angekommen waren entnahmen wir nicht nur dem Ortsschild sondern auch dem Verkehrschaos. Es ging zu wie in einem Ameisenbau. So entschieden wir uns direkt an den Fähranleger zu fahren und die Fähre nach Hellesylt zu nehmen.

ACHTUNG, an diesem Fähranleger fahren zwei Fähren ab. Eine nach Hellesylt und eine andere. Es ist unbedingt darauf zu achten, daß man die richtige Spur nimmt. Leider habe ich keine Beschilderung gesehen, welche Spuren für welches Ziel sind. Das hier herrschende Chaos und die Diskussionen mit den Mitarbeitern könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Denn wenn die Fähre eben voll ist, dann muß man auf die nächste Warten was dann mindestens 3 Stunden dauert.

Natürlich standen wir erst in der falschen Spur. Aber ein freundlicher Autofahrer ließ uns dann in der richtigen Spur vor.

Die Fährfahrt dauert ca. 90 Minuten und ist relativ teuer (30€ pro Motorrad) aber die Panoramafahrt durch den Fjord ist es wert. Zumal wir ja nicht nur zum Motorradfahren da sind, sondern auch etwas von Land und Leute sehen wollten.

Die Fährfahrt war es wert. Durch die Schluchten und das Wasser hat eine Farbe die kann man gar nicht beschreiben.

In Hellesylt angekommen, haben wir uns erst einmal ein Eis gegönnt. Denn die Temperaturen haben schon wieder die 30°C Marke überschritten.

Von dort fuhren wir nun wieder zurück nach Nordfjordeid zum Hotel wo wir dann gegen 16:30 Uhr wieder ankamen.

Norwegen - Track Tag 7

Norwegen – Track Tag 7


2014-07-24 – Tag 8 (293 km)
Nordfjordeid – Balestrand

Da uns der vorherige Tag so einen Spaß gemacht hatte, da wir anhalten konnten wo wir wollten, einkehren wo wir wollten und fahren konnten wo und wie wir wollten, entschieden wir uns erneut von der Gruppe abzusetzen und uns am Abend im Hotel wieder zu treffen.

Unsere erste Etappe an diesem Tag führte uns entlang des Lovatnet zum Gletscher Kjenndalsbreen, einem Arm des Jostedalsbreen. Dieser liegt ganz in der Nähe des bekannten Briksdalsbreen, ist allerdings nicht so touristisch überlaufen wie sein Nachbar.

Norwegen - Gletscher Kjenndalsbreen

Norwegen – Gletscher Kjenndalsbreen

Der Weg dorthin führt über eine kleine und kurvenreiche Straße. Das letzte Stück ist mautpflichtig und das letzte Stück ist unbefestigt. Vom Parkplatz sind es dann noch ca. 15 Minuten zu Fuß. Dann ist man aber immer noch nicht ganz da. Jedoch verzichteten wir auf die Alpine Einlage, denn Motorradklamotten sind definitiv keine Trekking Sachen.

Die Stille und das Panorama sind atemberaubend.

Norwegen - Wasserfall Gletscher

Norwegen – Wasserfall Gletscher

Auf dem Weg zurück gönnten wir uns eine Kaffeepause an einem der Campingplätze an der Straße. Denn Lokale oder Kioske gibt es in Norwegen nicht. Jedoch haben alle Campingplätze immer einen Kiosk mit dabei wo man frischen Kaffee und auch etwas zu Essen bekommt.

Es war mal wieder gut, so früh unterwegs gewesen zu sein, neben den angenehmen Temperaturen hält sich auch der Verkehr noch im Rahmen. So hatten wir auf dem Rückweg mit nur 4 Reisebussen zu „kämpfen“.

In Byrkjelo hielten wir uns links in Richtung Skei und dann weiter in Richtung Forde. Unsere Mittagspause machten wir entlang der E5/E39 bei einem Spar Markt mit Bistro.

Weiter in Richtung Balestarnd fuhren wir über das Gaularfjell.

Dabei kamen wir an Viksdalen und der Aussichtsbrücke Likholefossen vorbei.

Norwegen - Brücke II

Norwegen – Brücke II

Norwegen - Brücke

Norwegen – Brücke

Der Weg aus dem Gaularfjell führt über zahlreiche Serpentinen bis hinunter zum Sognefjord.

Es war wieder unerträglich warm und wir hatten erneut 30°C. Als wir gegen 16 Uhr im Hotel ankamen und geduscht hatten, erkundeten wir den Ort und fanden eine Bäckerei direkt am Hafen wo wir uns ein leckeres Stück Kuchen mit einem Cappuccino gegönnt haben.

So macht der Urlaub richtig Spaß.

Norwegen - Serpentienen Beitostolen

Norwegen – Serpentienen Beitostolen

Das Hotel Kviknr’s gibt es bereits seit 1877 und man hat sich bemüht es von außen und innen möglichst original zu lassen. Aber keine Angst, die Zimmer sind modern und sauber.

Norwegen - Hotel Beitostolen

Norwegen – Hotel Beitostolen

Das Buffet zählt zu den besten in ganz Norwegen. Jedoch war mir der Speisesaal für meinen Geschmack etwas zu groß und hatte etwas von Kantine für mich. Das Essen war ausgezeichnet, keine Frage, doch wird dort in Masse abgefertigt. Ich schätze mal, daß so ca. 300 Leute beim Essen waren. Das ist eben nicht so nach meinem Geschmack und steht im krassen Gegensatz der bisher erlebten Einsamkeit und Ruhe auf der Tour.

Am Abend trafen dann unsere Kollegen ein. Jedoch nicht alle zusammen. Was war passiert? Der eine oder andere hielt einfach mal an um ein paar Fotos zu machen. Jedoch schaute sein Vordermann eben nicht, so wie man es eigentlich machen sollte, in den Rückspiegel und so passierte eben was passieren muss. Man verlor sich unterwegs.

Bin ich froh, daß wir heute für uns gefahren sind.

Norwegen - Track Tag 8

Norwegen – Track Tag 8


2014-07-25 – Tag 9 (298 km)
Balestrand – Beitostølen

Auch heute sind wir für uns und nicht mit der Gruppe gefahren. Um 07:20 Uhr machten wir uns auf den Weg. Zum Spott der anderen aus unserer Gruppe, denn man muß als erstes mit der Fähre von Dragsvik nach Hella übersetzen. Im Roadbook steht, daß die Fähre erst um 08:20 Uhr fährt. Ich hatte jedoch vorher schon im Hotel nach gefragt und laut dem Fährplan fährt sie bereits ab 6 Uhr.

Somit gönnten wir den anderen Ihren Spaß und Spott.

Zuerst ging es wieder Richtung Sogndal und weiter an den Lusterfjord. Dann Richtung Skjolden und die Sognefjellstrasse hinauf. Die Passhöhe liegt erneut bei 1.400m.

So gegen 11 Uhr mitten im Sognefjell sah ich eine Hütte mit einem Kaffeetassen Symbol auf dem Schild. Also den Blinker rechts gesetzt vorbei an ein paar Schafen die da so im Weg rum standen und die Motorräder geparkt.

In der absolut urigen Hütte gab es dann frischen Kaffee und frische, selbstgemachte Waffeln – lecker. Wir setzten uns raus und genossen erneut die Ruhe und den unbeschreiblichen Ausblick.

Frisch gestärkt ging der Weg dann weiter in nach Lom. Dieser Ort ist das krasse Gegenteil zu allem was wir in den letzten Tagen so erlebt hatten. Es ist ein richtiger Touristenort. Jede Menge Verkehr und Leute. Da der Ort wieder im Tal liegt, so waren dann auch die Temperaturen wieder entsprechend. Also entschlossen wir uns dem Trubel ein wenig zu zusehen und gingen ein Eis essen.

Norwegen - Fjell - Ausblick beim Waffel essen

Norwegen – Fjell – Ausblick beim Waffel essen

Dabei musste ich mir dann die erste Kritik der Tour gefallen lassen. Irgendwo vor Lom gab es auf der linken Seite wohl ein altes Wikinger Dorf. Das hatte ich zwar gesehen aber in der Tat links liegen lassen. Mein Vater hätte dort jedoch gerne mal angehalten. Na gut, beim nächsten mal.

Als wir uns dann wieder auf den Weg machten zog es sich langsam zu und es sah so aus als wolle es jeden Moment zu regnen beginnen.

Aber auf der ganzen Strecke gab es nicht einen Tropfen Regen. Obwohl es auf der RV51 und im Jotunheimen Gebirge gar nicht so aussah. Dort konnte man beobachten wie sich ein Gewitter zusammenbraute.

Man merkte deutlich, daß sich unsere Tour so langsam dem Ende zuneigte, denn die RV51 war recht gut befahren.

Kurz vor Beitostølen, aber immer noch im Fjell stand auf der linken Seite eine Jurte vor dem ein Rentier stand. Also noch einmal eine kurze Pause um ein paar Fotos zu machen und die Jurte zu erkunden. Natürlich war es ein Souvenirshop in dem es alles und nichts gab. Am besten war jedoch die Rentiersalami welche uns der Besitzer zum probieren gab.

Norwegen - Rentier

Norwegen – Rentier

Kurze Zeit später sind wir dann im Hotel angekommen. Nach einer erfrischenden Dusche dürstete es uns nach einem kalten Getränk. Doch die Hotelbar war noch nicht geöffnet. Somit pilgerte ich kurzerhand zum gegenüberliegenden Supermarkt und kaufte Softdrinks und ein paar Biere.

Später kamen die anderen. Aber wieder nicht in der Gruppe sondern erneut einzeln. Man habe sich unterwegs bewusst getrennt. Naja wenigstens etwas.

In dem Ort war die Hölle los, den genau an diesem Wochenende war ein Open-Air Festival namens Troll-Rock. Dementsprechend lebhaft ging es dann auch zu.

Norwegen - Track Tag 9

Norwegen – Track Tag 9


2014-07-26 – Tag 10 (250 km)
Beitostølen – Oslo

Heute geht es für alle schon früh los. Um 7Uhr treffen wir uns bereits zum Frühstück. Es ist der letzte Tag in Norwegen. Unser heutiges Etappenziel führt nach Oslo zum Fähranleger.

Natürlich fuhren wir nicht den direkten weg, sondern machten noch einen Schlenker durch das Hinterland und erfreuten uns ein letztes mal an einer schönen kleinen Straße entlang eines Fjordes.

AM Fähranleger angekommen und nach dem Einchecken brutzelten wir noch einmal ganz ordentlich in der Sonne bei 33°C. So wurde der Schatten eines neben uns stehenden Wohnmobils gerne in Anspruch genommen.

Nach einer unendlich langen Wartezeit ging es dann endlich an Board. Diesmal waren die Motorräder zum Schluß dran. Auch wurden Sie nicht so schön in Reih‘ und Glied eingewiesen wie auf der Hinfahrt.

Nachdem die Motorräder verzurrt waren ging die Suche nach der Kabine los. Denn Diesmal war es eine Nachtfähre die Kreuzfahrtschiff mäßig ausgebaut war.

Endlich in der Kabine angekommen staunte ich erst einmal. Wir hatten eine Außenkabine (war auch gebucht) aber ich rechnete nicht mit so einer schönen Kabine.

Norwegen - Kabine

Norwegen – Kabine

Es war ein Wahnsinns Ausblick aus dem Bullauge.

Nach einer Dusche trafen wir uns dann mit einigen auf dem Panorama Deck und genossen die Abfahrt von Oslo bei einem schönen und kühlen Bier.

Zum Abendessen traf man sich dann wieder in der Gruppe und genoss das leckere Buffet an Board.

Nach dem Essen kaperten wir erneut das Panoramadeck und plauderten noch ein wenig bevor wir dann in unsere Kabinen aufbrachen.

Norwegen - Track Tag 10

Norwegen – Track Tag 10


2014-07-27 – Tag 11 (644 km)
Oslo – Home

Gegen 10 Uhr legte die Fähre in Kiel an. Das Abladen ging relativ schnell. Denn diesmal waren die Motorräder so ziemlich die letzten Fahrzeuge.

Nach so einer schönen Woche entschieden wir nun doch über die Autobahn die Heimreise anzutreten. Zumal die Temperaturen schon wieder recht ordentlich waren.

So machten wir uns auf den Weg nach Süden. Gegen 18 Uhr hatten wir es dann endlich geschafft und die Motorräder standen wieder in der Garage.


FAZIT:

Es war eine wunderschöne Tour. Norwegen ist absolut eine Reise wert und ich werde bestimmt nicht das letzte mal dort gewesen sein.

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  1. Update: Bericht zur Norwegen Tour | AJ's Blog - Juli 13, 2014
  2. Reisebericht zur Norwegen Tour… | AJ's Blog - August 31, 2014

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